Donnerstag, 11. September 2014

Vesteralen & ein Stück Lofoten

So, nach gut 1 1/2 Wochen und knapp über 1.000 km unterwegs wird’s mal wieder Zeit, was von uns hören zu lassen. Nach dem kurzen Abstecher nach Schweden am vorletzten Samstag ging es in Richtung der Vesteralen und Lofoten.

In Schweden haben wir kurz vor Abisko am Torneträsk See übernachtet. Dieser Parkplatz und auch alle anderen in Grenznähe waren von reise- und einkaufslustigen Norwegern bevölkert. Bei dem großen Preisunterschied bei Lebensmitteln war dies mehr als verständlich. Uns ist jedoch auch aufgefallen, dass die Norweger große Camper sind. Fast neben jedem Haus findet man auch ein Wohnwagen oder –mobil.

Vor Abisko sind wir am Sonntag (noch) bei schönstem Spätsommerwetter entlang den Resten einer alten Siedlung für die Arbeiter spaziert, welche die Erz-Bahnlinie zwischen Kiruna und Narvik gebaut haben. In Narvik, wo auch heute noch die industriellen Spuren des Erztransports und –exports sichtbar sind, waren wir dann vorletzten Montag.

Von Narvik ging unsere Reise weiter über Harstad nach Sortland. In Harstad in der Nähe der größten Landkanonen, welche im Zweiten Weltkrieg dort aufgestellt wurden, ist uns am Abend noch ein nicht ganz so scheuer Elch vor die Kamera gelaufen :)

Nach Sortland haben wir letzten Mittwoch die Geisterstadt Nyksund auf einem nordwestlichen Zipfel der Vesteralen besucht. Die Geisterstadt an einem kleinen Hafen war trotz einiger verfallenen Häuser ziemlich lebendig: aktuell wohnen etwa 20 Leute fest dort – davon ganze 10 aus Deutschland (es gibt sogar eine Straße der Einheit)! Eine nette, junge Frau, mit welcher wir uns unterhalten haben, betreibt dort mit ihrem Freund sogar eine sehr nette kleine Pension mit 9 Doppelzimmern.

Am Donnerstag sind wir dann ganz in den Nordosten der Vesteralen nach Andenes gefahren, um meinen Geburtstagsgutschein für 1 x Wale-Watching einzulösen (vielen Dank Schwesterchen für dieses großartige Erlebnis!!!). Da der Wetterbericht für Samstag gemütlicher klang, haben wir den Freitag mit einer schönen, etwas nebligen Bergwanderung in der Nähe von Andenes verbracht. Als Stärkung gab’s danach lecker Makis.

Nach einer spannenden Führung durch das Walmuseum ging’s dann am Samstag Mittag mit der bereits 1947 gebauten M/S Reine raus auf’s Meer, wo die europäische Kontinentalplatte ziemlich schnell und steil im Meer verschwindet und die großen Tierchen genug Nahrung finden und sich tummeln. Unser Kapitän hat dann dort bewaffnet mit den Kopfhörern seiner Unterwassermikrofone die Wale gesucht und wurde auch schnell fündig. Neben einem Zwerg- und einem Buckelwal haben wir drei große Pottwale gesehen. Es war echt ein tolles Erlebnis wie nah wir mit dem Boot den sich ausruhenden Pottwalen gekommen sind, bevor diese genug Luft geschnappt hatten, um sich wieder in die Tiefe zum Jagen aufzumachen. Der letzte Wal war aber anscheinend satt und zufrieden und wollte nicht mehr abtauchen. Stattdessen ist er irgendwann eingeschlafen und trieb entspannt mit der Nase und später mit dem Bauch und Maul nach oben im Wasser.

Am Sonntag ging’s dann nach einer Strandwanderung wieder Richtung Süden nach Digermulen. Auf dem Weg dorthin haben wir bereits erste Blicke auf die mächtigen Bergmassive der Lofoten inkl. Eingang zum Trollfjord erhascht. Nach der Nacht am Fährhafen haben wir das schöne Wetter genutzt, um den lokalen “Kaiser-Berg” hochzukraxeln, welchen Kaiser Wilhelm der II. zweimal bewandert hatte.

Danach haben wir uns zu den Lofoten aufgemacht und haben inzwischen die Fischerorte Svolvaer, Kabelvag und Henningsvaer besucht. In die Jugendherberge im alten Hafen von Kabelvag haben wir dann doch nicht eingecheckt, da nur noch ein Vierbettzimmer frei war. Also haben wir doch mal wieder eine Nacht im Wohnmobil geschlafen. ;)

Aktuell haben wir leider ziemliches Herbstwetter mit starkem Wind und immer mal wieder Regen. Wir hoffen, dass es wieder besser wird, so dass wir die Lofoten wieder aktiver per Rad & Fuß erkunden können…

Also dann bis bald & liebe Grüße, Susi + Torsten















































Samstag, 30. August 2014

Wandern in und um Tromsø

Nach dem Zwischenstopp auf dem letzten Campingplatz ging es nun weiter Richtung Süden. Campingplätze fahren wir in Norwegen eigentlich nur wegen dem Internet und eventuell wegen einer Waschmaschine an, da es bisher überall gute Servicestationen zum Wasserwechsel gibt.

Die letzte Woche waren wir ziemlich viel wandern. Zum einen wegen der extrem reizvollen Landschaft - riesige Berge, welche direkt aus dem Wasser der Fjorde zu wachsen scheinen – und zum anderen wegen des herbstlichen Wetters. Trotz der Sonne, die sich ab und zu durch die Wolken und den Nebel kämpft, hat es leider keine Badetemperaturen mehr :(

Auf dem Weg nach Tromsø haben wir die Lyngsalpen passiert, wo wir in Djupvik unter anderem einen tollen Ausblick von unserem Frühstückstisch aus hatten. Vorbei an schönen Bergpanoramen und gewundenen Fjordstraßen ging es letzten Freitag weiter nach Skibotn, wo wir eine schöne Wanderung auf über 500 Höhenmeter inkl. Hochmooren mit reichlich Moltebeeren und Wasserfällen unternahmen. Auf den Gipfeln bzw. anderen Wanderzielen gibt es immer kleine Bücher, in welche sich die tapferen Wanderer eintragen können.

Einen Abstecher zum “arktischen Matterhorn” im Signaldal gab es noch, bevor wir uns zu unserer nächsten Gletscherwanderung bei Elvenes auf der anderen Fjordseite von Skibotn aufgemacht haben. In schöner Abendsonne ging es an einem sehr kalkhaltigen, milchigen Bach durch eine schöne, grüne Hochebene zum Steindalsbreen Gletscher.

Bevor wir am Sonntag nach Tromsø aufgebrochen sind, haben wir noch schnell zwei Becher Himbeeren gepflückt, welche in der Nähe unseres Rastplatzes überall wild wuchsen. Neben den Himbeeren und Moltebeeren hatten wir auf einer Wanderung im Skibotntal auch Steinbeeren gesammelt, so dass es die nächsten Tage immer wieder leckere Beerenmischungen mit Joghurt, Müsli, Haferbrei und Pfannkuchen gab – lecker! In Tromsø haben wir am Hafen neben dem Polarmuseum übernachtet. Von dort haben wir das Zentrum der Stadt erkundet, welches auf einer Insel liegt und durch eine ziemlich beindruckende Brücke mit dem Festland (dort steht u.a. die imposante Eismeerkathedrale) verbunden ist.

Eine vergleichbare, abenteuerliche Brücke liegt auf der gegenüberliegenden Inselseite und führt zu weiteren Inseln. Unter anderem zur Insel Sommaroy, der Sommerinsel, welche ihrem Namen alle Ehre machte und uns in schönsten Sonnenschein empfing. Daher blieben wir dort zwei Nächte neben einem schönen Strand und machten uns erst am Mittwoch wieder zurück Richtung Tromsø auf. Von der kleinen Insel aus haben wir auch eine Rad- und zwei Wandertouren unternommen. Eine Wanderung hat uns zu zwei Bergseen mit großartigen Ausblicken geführt. Auf dem Rückweg hat uns dann eine Nebelwand überrascht, welcher allerdings nur im Tal lag. Oberhalb von zweihundert Metern schien die Sonne aber noch munter weiter.

Auf dem Rückweg und nach einer weiteren Nacht in Tromsø sind wir am Donnerstag auf den Berg oberhalb der Eismeerkathedrale gewandert, zu welchem man auch mit der Bergbahn hochfahren kann. Aber da wir eh in Übung waren, ging’s natürlich zu Fuss auf die 420 Höhenmeter.

Da wir mal wieder Wäsche waschen mussten (vier Maschinen!) sind wir seit Donnerstag Abend bereits die zweite Nacht auf einem schönen Campinglatz oberhalb von Narvik. Heute Nachmittag geht’s aber weiter – erstmal kurz nach Schweden, um etwas günstiger einzukaufen und uns die Mehrwertsteuer von einigen “Teilchen” (=Susi’s Sünden) rückerstatten zu lassen ;)

Liebe Grüße + bis bald, Susi & Torsten